Mittwoch, 25. Februar 2009

Gedanken...

Angeregt durch einen Blogeintrag habe ich mir das Buch "Einfacher leben" gekauft.
Schon jahrelang dämmern Gedanken in meinem Kopf über eine einfachere Art zu leben.
Mein Hang zu Handarbeiten, zu Ruhe und Einsamkeit, die Liebe zur Natur, all das habe ich in den letzten Jahren irgendwie als Fehler gesehen. Langsam, aber sicher komme ich zur Erkenntnis, dass mein Leben wohl genau richtig ist - eben für mich, den kleinen und den grossen J.

Wir lieben es alle drei ruhig, gemütlich, einfach.
Uns gefallen unsere uralten Möbel, die nicht zueinander passen.
Uns gefällt, dass wir Spass daran haben, Caipi zusammen zu trinken und über andere Länder zu reden.
Uns gefällt es, keine Vorhänge an den Fenstern zu haben.
Unser Essen schmeckt hervorragend - andere würden es Slow Food nennen.
Wenn der kleine J. ein Glas kaputt macht, freue ich mich darüber, dass es ein altes war und ich nicht mit ihm schimpfen muss.

Was mir am meisten gefällt, ist die Tatsache, dass wir uns verstehen und gesund sind!

Was nützt einem ein tolles Haus, ein noch tolleres Auto, ein dickes Bankkonto, wenn man sich nicht versteht und keinen Spass im Leben haben kann oder eben krank ist???

Ich habe viele Assoziationen zu diesem Thema:
- "Der kleine Prinz": Die Geschichte von dem, der immer arbeitet, weil er eines Tages andere für sich arbeiten lassen und selbst am Strand liegen will. Warum nicht gleich?
- Die zufällige Begegnung mit einem Menschen, mit dem man völlig auf einer Wellenlänge liegt. Man besichtigt Parks, traditionelle Häuser und trinkt in einer heruntergekommenen Kaschemme Bier zu einem Spottpreis. Nichts am Verhalten, an der Kleidung oder an der Art zu leben, läßt vermuten, dass man mit einem Millionär an einem Tisch sitzt. Bei der Verabschiedung bedankt man sich für den schönen Tag und die Führung durch die letzten Winkel einer Stadt auf der anderen Seite der Welt. Ein höfliche Frage, was könne man ihm Gutes tun? beantwortet er mit einer unglaublichen Antwort: " Du hast einen Tag mit mir verbracht! Danke!" ...immer noch im Glauben einen "normalen" Arbeiter vor sich zu haben. Erst zu Hause erfährt man, wer der Mann wirklich ist. Jetzt wird die Bedeutung dieser Aussage klar!

Ich habe was bekommen: zwei 0,5m lange Zimtstangen von anderen Ende der Welt - sie duften herrlich!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wow, das spricht mir aus der Seele.
Vom Schicksal nur so getreten und geschlagen, freu ich mich jeden Tag mein Mann noch neben mir zu haben. Nichts ist wichtiger. 5 gerade zulassen ist die einfachste Übung.